Regula Stämpfli vs. Polithink.ch

Nicht- Schweizern muss man vielleicht erklären, wer Regula Stämpfli eigentlich ist. Zu Polithink.ch ist das notwendige schnell gesagt: Gegründet vor ein paar Studenten aus Zürich behandelt das politische Blog Themen, die die Schweiz betreffen, dabei gibt es vier “Hausschreiber” und auch Gastkommentatoren. In der relativ kleinen schweizer- deutschen Medienszene und noch kleineren schweizer- deutschen Blogszene hat das Blog schnell eine gewisse Prominenz erlangt.

Regula Stämpfli ist immer wieder gern bemühte politische Analystin, die häufig im Schweizer Fernsehen zu Wort kommt.  Sie ist Dozentin, Kommentatorin und Publizisten, schreibt u.a. auch in der Emma.

Zwischen Regula Stämpfli und Polithink ist eine Auseinandersetzung entbrannt, die eine Betrachtung wert ist. Was ist passiert?

Deana Gariup von Polithink hatte einen- na sagen wir mal- aggressiven Artikel verfasst, den man dann offensichtlich auch an Stämpfli schickte und diese zu einem Kommentar aufforderte. Der Artikel war sicherlich nicht das beste was jemals aus Deana´s Feder geflossen ist und er stand sicherlich auch in einer Reihe von mehr oder wieder kritischen Artikeln, mit denen das Blog Stämpfli bedachte. Was dann allerdings geschah lässt einen an der Professionalität von Frau Stämpfli zweifeln. Sie beging einen der Kardinalfehler, den man im Internet Zeitalte machen kann. Sie ging auf die Angriffe des Blogs ein. Wie aufgefordert kommentierte sie den Artikel, ebenfalls mehr oder weniger gehaltvoll. Daneben postete sie den Link und einen entsprechenden Kommentar auf ihrer öffentlichen Pinnwand im Facebook. Das Ergebnis sind eine Menge von Kommentaren von ihren Anhängern, die Deana der einen oder anderen Absicht bezichtigen, aber vor allem abqualifizieren oder schlicht Diffamieren. Dabei werden sie auch noch von Stämpfli unterstützt. Dies hat zu einem Schlagabtausch zwischen Stämpfli und Polithink geführt. Die Polithink Redakteure fühlen sich beleidigt und kommentieren dies entsprechend, Stämpfli hat “Plankton” als Begriff gewählt und versucht damit eine Hierarchie zwischen sich und Polithink herzustellen.

Im Kern geht es in der Debatte wohl um Objektivität und Subjektivität dem die teilweise schnell hingeworfenen Kommentare leider nicht gerecht werden- und ich werde mich hüten meinen Teil dazu beizutragen. Ich bin mir zwar nicht sicher, ob die Antwort in der politischen Theorie zu suchen ist, aber das ist an andere Stelle zu klären, nicht hier.

Es bleibt aber unklar, warum sich eine der bekanntesten Polit- Analystinnen der Schweiz ein, auf eine Debatte mit einem studentischen Blog?

Was außerdem auffällt ist, dass die durchaus immer sehr kritische und niemals mundfaule Stämpfli so heftig auf Kritik reagiert und mit dieser nicht wirklich umgehen kann. Das ist seltsam und offenbart eine mangelnde Souveränität. Wenn man dann noch Polithink vorwirft nach Aufmerksamkeit zu greifen, dann muss man auch Fragen, warum diese eigentlich gewährt wird. Man hätte die ganze Sache auch übergehen können.

Von Seiten Polithinks hat man natürlich alles richtig gemacht. Man hat die Mechanismen des virtuellen Raum perfekt ausgenutzt und eine relativ Prominente Figur angegriffen, die zu allem Glück auch noch voll darauf eingestiegen ist. Im kleinen medialen Raum der Schweiz und der guten Vernetzung der Autoren des Blogs hat das Ganze das Potential, die Schwelle ins Offline zu überspringen und auch in anderen Medien rezipiert zu werden. Ein großer Gewinn für die Beteiligten und dass auch noch mit massiver Unterstützung von Regula Stämpfli, die sich darüber sicherlich nicht freuen wird. Polithink kann an Bekanntheit und Einfluss dadurch nur gewinnen

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